Urlaub!!! Nach viereinhalb Monaten endlich Urlaub und die Möglichkeit einen neuen Teil Perus kennenzulernen, waren die Gedanken als mich in den Bus Richtung Lima setzte.
Ich schaute mich um. Neben mir saß eine Mutter mit ihren drei Kindern auf zwei Plätzen. Weiter vorne rasierte sich ein älterer Mann. Geschätzt wiederholte er diese Tätigkeit 20 Mal auf der neunstündigen Fahrt.
Außerdem saßen hinter mir diverse plärrende Kinder. Ja ich war in Peru, stöpselte meine Kopfhörer ein um wenigstens nur von einer Lärmquelle beschallt zu werden und freute mich auf die Fahrt.
In Lima angekommen traf ich mich mit Martin einem Freund und Weltwärtsgefährten. Mit ihm zusammen hatten wir die Idee den Norden zu bereisen entworfen. Wir blieben ein paar Tage in Lima, in denen wir die letzten notwendigen Reiseutensilien erstanden, bei einem DEUTSCHEN Bäcker einen Weihnachtsstollen aßen und ein weiteres Mal davon überzeugt waren uns glücklich schätzen zu dürfen nicht in Lima arbeiten zu müssen.
Am Sonntag ging es dann endlich gen Norden. Das erste Ziel unser Reise war der Nationalpark "Lomas de Lachay". Reiseführer:"Besonders in den Monaten September und Oktober, wenn hier die Wüste blüht lohnt sich ein Besuch dieses 5000 ha großen Naturreservats mit Wanderwegen und Campingmöglichkeiten. Durch den Küstennebel entsteht ein Mikroklima, das in diesem kargen Umfeld Vegetation ermöglicht. Auch die Vogelwelt ist mit 55 Arten zahlreich vertreten."
In der Dämmerung ließ man uns mitten in der Wüste raus. Bloß ein Schild wies drauf hin dass wir einer Straße, die einfach nur in die Wüste führte, zum Park folgen mussten.
So wanderten wir auf der staubigen Pisten in die heraufziehende Nacht hinein. Nach eineinhalb Stunden erreichten wir eine Schranke mit einem weiteren Hinweis: "Sie betreten nun den Nationalpark!".
Beim Sternenlicht konnten wir nicht viel vom Park sehen, doch dass was sich erspähen ließ beeindruckte uns sehr. Die kargen Bäume hoben sich wie Skelette vom Sternenhimmel ab.
Unseren Lagerplatz fanden wir zwischen zwei Bäumen, mit Blick auf einen fernen Berghang. Beim Aufwachen waren wir umringt von Kolibris die sich auf Nektarsuche befanden.
Nach einem leckeren Frühstück(feste Nudeln und Tomatensoße) erkundeten wir den Park und bewunderten die schroffe und abstrakte Schönheit des Parks.
Am Nachmittag nahm uns ein Ranger auf seinem Pickup mit zur Panamericana. Von dort nahm uns ein Bus mit nach Barranca. Dort verbrachten wir die Nacht und fuhren am nächsten Tag weiter zu der Tempelanlage "Paramonga". Die Anlage ist in der Form eines Lamas aus tausenden ungebrannten Lehmziegeln gebaut und erstrahlte früher einmal in rot, blau und gelb Tönen. Leider existiert nur noch ein Angestellter, der von der Regierung nicht mal das Geld für eine Schaufel bekommt.
So wird es nicht mehr lange dauern bis die Naturgewalten die letzten Überreste zerstört haben.
Vom Lama ging es weiter nach Casma. Wir besichtigten dort die nahgelegenen Ruinen von Sechin. Leider touristisch sehr ausgeschlachtet und so fühlten wir uns als die einzigen Besucher auf den riesigen Picknick und Parkflächen sehr einsam.
Wer mehr über die Ruinen erfahren möchte: http://www.suite101.de/content/sechin-bajo-im-casmatal-in-peru-a46876
Weiterhin statten wir Casma Puerto einen Besuch ab. Ein sehr ruhiges und idyllisches Fischerdorf, fast wie zu Zeiten Ernest Hemingway.
Im Großen und Ganzen ist Casma ein sehr schöner und ruhiger Ort der sich zum Entspannen anbietet.
Dich dies reichte nicht aus um uns für mehr als zwei Tage zu halten.
Unsere innere Unruhe trieb uns weiter Richtung Tortuga.
Um dorthin zugelangen wanderten wir erst eine schöne Bucht entlang und dann querfeldein durch die Wüste bis nach Tortuga.
Von dort ging es über Chimbote(ist gar nicht so hässlich wie im Reiseführer angepriesen und Luft habe ich auch noch bekommen) nach Trujillo. Hier verbrachten wir die Weihnachtstage unter einer Palme am Strand bei einem wunderschönen Sonnenuntergang.
Wir guckten uns "Huaca del Sol"(Sonnenpyramide) und "Huaca de la Luna"(Mondpyramide) an. Zwei nah gelegene Pyramiden. Erstere ist die größere und man schätzt dass nur noch ein Drittel der ursprünglichen Größe vorhanden ist. Die Anlage war ursprünglich 340 m × 220 m groß und 41 m hoch und befindet sich auf einer 18 m hohen Stufenterasse. Sie ist das größte massive Bauwerk des kontinentalen Amerikas. Zum Bau des siebenstufigen Gebäudes wurden etwa 140 Millionen ungebrannten Lehmziegeln. "Huaca de la Luna" ist die kleinere der beiden wird aber durch Dächer geschützt und die Archäologen nehmen weiterhin Ausgrabungen vor.
Sehr schön geschrieben; man bekommt tolle Eindrücke! Freue mich schon sehr auf den zweiten Teil!
AntwortenLöschenmit den Bildern hast du uns ein wenig an "Weihnachten auf peruanisch" teilhaben lassen; auch wenn deutsche Gepflogenheiten ein wenig gefehlt haben: dafür hat es sich doch gelohnt:-)
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