Freitag, 13. August 2010

Nuevos de Lima

So nun kommt der zweite vielleicht etwas ausführlicher Bericht über meinen Aufenthalt in Lima. In den letzten Tagen habe ich interessante Seiten von Lima kennen gelernt, die wie mir gesagt wurde selbst viele Peruaner die in dem Viertel leben wo ich zurzeit bin, niemals in ihrem Leben gesehen, bzw. sehen werden.
Morgens beim Aufstehen war ich mir noch nicht sicher was ich mir selber unter einer alternativen Stadtrundfahrt genau vorstellen soll. Um halb 11 holte uns Alois Kennerknecht, der seit 1986 in Lima lebt bei unserem Hostel ab. Er meinte das wir in den folgenden Stunden Seiten von Lima kennenlernen werden die vielleicht auf den ersten Blick erschreckend wirken können, doch bei genauerem Betrachten würde man erkennen, dass es in den "Pueblos Jovenes" viele Möglichkeiten und auch positive Seiten gibt.
Was mich selber schon zu Beginn stark beeindruckte, war das wir nach kurzer Zeit Miraflores verließen und plötzlich in einem Viertel waren, das wirkte als wenn wir eine ganz andere Welt betraten
Miraflores
Pueblo Joven




Wie auf den Bilder zu sehen ist, sah es aus unserer europäischen Sicht aus als wenn hier die reinste Armut herrschen würde. Jedoch, " Sehe ich hier keine Armut, sondern Möglichkeiten, die wenn sie genutzt werden, das Leben von vielen verbessern würde." (Alois Kennerknecht).
Diese Aussage machte mich erst mal stutzig. Was meinte er damit? Bei Nachfragen sagte er nur, dies werde ich euch noch genauer zeigen und erklären.
Im Verlauf der Tour, sah ich, warum Lima die zweitgrößte Wüstenstadt ist, viele schmutzige Orte, Straßen die von Schutt und Sand kaum noch zu erkennen waren und Müllberge säumten oft den Wegesrand. Aber zwischen all diesen negativen Bildern, sahen wir Orte die zeigten, dass es auch anders geht. Durch Ecosilos(natürliche Filteranlage, die von Alois Kennerknecht eingesetzt und entwickelt werden) z.B. ist es möglich Abwasser zu filtern und für das Bewässern von Grünflächen, in den von Sand und Staub beherrschten Orten, zu verwenden. Interessant ist es zudem zu sehen wie kurzfristig oft staatliche Projekte geplant werden. Denn anstand Pflanzen auszuwählen die auch unter den Bedingungen einer Wüste jahrelang alleine überleben könnten, wurden Gräser, Bäume und Sträucher gepflanzt die dort nicht zu suchen hatten. Weswegen sie nach der Bepflanzung oft auch sehr schnell wieder eingingen oder durch den Einsatz von immensen Wassermassen bewässert wurden. Das dies auch anders geht beweisen die Ecosilos in den Vorgärten von Häusern, in privaten und staatlichen Einrichtungen wie Schulen oder an Straßenrändern.

Im Verlauf der Tour sammelte ich aber auch andere Eindrücke.
Wie z.B. ein Handwerker mithilfe einfachster (meist selbst gebauten) Werkzeugen Aufträge verwirklicht. Oder wie ein Familienbetrieb aus Stoffen Bilder herstellen, die wunderbare detailverliebte Landschaften darstellen.

Am Abend als wir wieder zurück in unserem Hostel waren hatten wir alle eine Menge Neues gesehen, was wir erst mal verarbeiten mussten.
Ansonsten wurde ich noch mit meiner Gruppe in der deutschen Botschaft empfangen, was auch sehr interessant war. Nebenbei wurde uns erzählt, dass unsere Zuständige dort vor Ort es vielleicht arrangieren will, dass beim Zwischenseminar wir die Möglichkeit bekommen alle Weltwärtsfreiwillige dieses Jahres kennen zu lernen. Jedoch könnte der Botschafter etwas dagegen haben. Im letzten Jahr sind beim Empfang in der Botschaft ein paar Weltwärtsfreiwillige auf die Idee zu kommen nachts in den Pool vom Botschafter zu springen, was er nicht ganz so toll fand. Ich weiß gar nicht was er gegen eine Poolparty haben könnte oO.
Naja aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappen wird. :D
Zudem bin ich nun stolzer Besitzer eines neuen Handys, was mir voraussichtlich im Verlauf des Jahres geklaut wird. Aber mal gucken wie es wirklich wird^^.
Ach ja noch etwas zu den Limanesen(oder so ähnlich^^), also selbst ich bin hier ein Riese, alle sind mindestens zwei Köpfe kleiner. Die mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, waren nett, hilfsbereit und haben einen Fragen über Fragen gestellt. 
Nun noch ein paar Bilder:

Der zweit größte Friedhof Lateinamerikas
Eine Schule nach montage der Ecosilos

























Selbstgebaute Werkzeuge des Handwerkers

2 Kommentare:

  1. Dieser Wandteppich (oder was das genau ist) sieht wirklich unglaublich toll aus!!

    AntwortenLöschen
  2. vielen Dank für deine ersten Eindrücke von Lima; mit deinen Bildern lassen sich deine Berichte besser verstehen.
    Der Friedhof sieht auch faszinierend aus, ein wenig unnatürlich.
    Und die bewässerte Schulanlage macht Mut :-)

    AntwortenLöschen