Um acht Uhr frage ich eine Frau die neben mir steht, welcher der vielen Busse denn nach La Merced fährt. Sie dreht sich um wechselt ein paar Worte mit ihren Nachbarn und meint ich soll ihr folgen. Schnell hat sie den richtigen Bus(ein großer Doppeldeckerbus) ausgemacht und obwohl es nicht ihrer ist begleitet sie mich bis zu meinem Platz(obere Etage, ganz vorne!!!), erklärt mir wie lange der Bus ungefähr bis La Merced braucht und erklärt mir dass er unterwegs halten wird damit man etwas essen kann. Verabschiedet sich mit den Worten bis zum nächsten Mal. - Ich bin überrascht und erstaunt, denn so viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft habe ich selten in Deutschland erlebt.
Kurze Zeit später geht es dann endlich los, die achtstündige Fahrt bis la Merced hat begonnen.
Endlich auf dem Weg nach La Merced, bzw. Villa Rica. Bei der Durchquerung der Anden sah ich wie das Gletscherschmelzwasser(Trinkwasser) von großen Konzernen für die Stromgewinnung verschwendet wird. Wie aus einem erst reisenden, viel Wasser führender Fluss, ein armseliger Rinnsal wurde.
Jedoch war die Landschaft so atemberaubend, wunderschön und zugleich schroff, dass negative Gefühle schnell vergessen waren. Auch die Erfahrung mit einem Bus von ca. 20 M.S.N.M auf 4818 M.S.N.M zu fahren ist erlebenswert. Für Adrenalin sorgen die teils riskanten und sehr knappen Überholmanöver, auf einer Serpentinenstrecke mit entgegenkommendem Verkehr.
Auf dem Zenit sah ich was von einem Gletscher übergeblieben ist,- erschreckend wenig.
Hierbei muss gesagt werden, dass die Gletscher in den Anden die Wasserquelle der Küsten(Wüsten)städten wie z.B. Lima darstellen. Fehlt diese Quelle, wird die Wasserversorgung der Metropole Lima zu einem riesigen Problem. Wer hierdrüber mehr erfahren will, sollte sich mal folgende Reportage angucken:
http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-reportage/3333634.html
Zurück zu meiner Fahrt. Faszinierend zu sehen wie sich die Landschaft im Verlauf veränderte. Von Sand, über schroffe Felsen, zu riesigen Wiesenplatons , dann wieder Täler die immer fruchtbarer wurden je tiefer ich kam. Immer mehr Pflanzen, Sträucher und Bäume waren zu sehen, die ich noch nie zu vor gesehen hatte. Auch die Geräusch- und Geruchskulisse veränderte sich(ungefähr so wie in einem Tropenhaus), je näher ich meinem Ziel kam.
In La Merced wurde ich von einer strahlenden Mona empfangen, die mich herzlichst begrüßte. Sie erklärte mir, dass wir die restliche Strecke in einem Auto zurücklegen werden. Jedoch müssen wir noch warten bis alle Plätze besetz sind. Warten, ganz normal in Peru, in Deutschland eher ungewöhnlich. Das Motto hier in der Selva ist: "vamos al ver". - Wir werden sehen.
Beim Warten lernte ich noch eine lustige Gruppe von vier Spanier kennen, die bis vor Kurzem auch noch bei DESCO gearbeitet hatten und jetzt dabei waren das Land zu erkundigen.
Nach einiger Zeit ging es dann endlich nach Villa Rica weiter. In einem vollbesetzten Taxi, über eine Piste(Straße) die holpriger, staubiger und mehr Schlaglöcher aufwies als jeder Feldweg den ich in Deutschland gesehen hatte. Trotz der Dunkelheit und der "Straße" konnte ich mich nicht satt sehen und versuchte so viele Eindrücke aufzunehmen wie irgendwie nur möglich war. Zwei Stunden später war Villa Rica erreicht.
Den ersten Tag verbrachte ich im DESCO Büro wo ich alle Mitarbeiter kennenlernte und schon mal die ersten Informationen über die Organisation und deren Projekte sammelte.
Die Arbeit von DESCO in der Selva:
Kontaktaufnahme zu den politischen und privaten Ebenen. Deren Vorschläge zu Problemen bei folgenden Punkte sammeln und Anreize zur selbstständigen Verbesserung setzen(Hilfe zur Selbsthilfe), Die Themenbereiche sind:
Verbesserung der Produktion
Umweltmanagement,
Lebensmittelsicherheit,
Ernährung,
gesundes Wohnen,
ländlicher Tourismus
In den darauf folgenden Tagen war ich mit verschiedenen Mitarbeiter auf dem Campo unterwegs und lernte deren Projekte kennen. Z.B. hilft Eddie den Bauern beim Kaffeeanbau. Dafür gibt er selber Seminare. Fährt persönlich zu den einzelnen Fincas und berät die Bauern beim Kaffeeanbau an sich. Aber auch bei der Wahl von Sekundärpflanzen, wie die Bananenstaude die eine gute Ergänzung zur Kaffeepflanze darstellt. Oder aber er organisiert junge Kaffee- und Bananenpflanzen die die alten ersetzen. Dafür wird oft eine Tagestour eingeplant. Die sehr lang und staubig werden kann.
Ein anderer Einblick wurde mir ermöglicht als ich mit Nilton arbeitete. Er organisiert die Materialen für den Bau von "Plumsklos." und erklärt den Aufbau. Der Aufbau selber findet durch die Hand der Bewohner statt. Diese Sanitäranlagen sind sehr wichtig, da einmal hier zu Lande Rohre schnell verstopfen, sie sind deutlich kleiner als in Deutschland. Rohre gar nicht vorhanden sind. Oder die Rohre in der Regenzeit durch Schlammlawinen freigelegt und zerstört werden. Ach ja bei dieser Arbeit habe ich den ein oder anderen Liter Schweiß vergossen. Zement und Backstein schleppen ist nicht einfach. Dazu kommt die heiße Sonne und der Staub. Que quiero lo.
| ein Weg wo in Deutschland schon ein LKW Schwierigkeiten hätte. |
In der übrigen Zeit lernte ich noch viele andere Bereiche von DESCO kennen. Probierte deren Kaffeemarke und bin hin und weg=). Jeden Tag lerne ich eine neue Obstsorte und ein neues Gericht kennen. Die Frau an einem Saftstand kennt mich jetzt schon persönlich und weiß sofort welchen Saft ich am jeweiligen Morgen haben möchte. Meerschwein habe ich auch schon probiert. Mir wurde sogar erst die Ehre erteilt die Tiere zu töten. Was ich aber dankend ablehnte, da ich nicht mal wusste wie man die töten soll. Naja zum Geschmack ist zu sagen, dass das Fleisch was ich hatte lecker, aber sehr fettig war. Das Essen an sich, kann mit Krabbenessen verglichen werden. Viel Arbeit für nichts. Mona und ich saßen da sehr lange für sehr, sehr wenig Fleisch.
Immer wieder bin ich überrascht wie freundlich und hilfsbereit die Menschen hier sind. Auch untereinander wird jeder akzeptiert und genießt die gleiche Freundlichkeit wie jemand der höher gestellt ist oder Macht hat.
Was mir auch gefällt ist die Ruhe mit den die Leute hier an etwas rangehen. Sei es die Arbeit oder ein nicht vorhersehbares Ereigniss. Wie z:b. eine spontane Strassensperuung wo keiner mehr durchkam. Unten auf dem Bild ist zu sehen wie die Wartenden Seelenruhig zugucken und Ratschläge verterteilen.
| Nester einer Vogelart |
Langsam werde ich noch zu einem richtigen Experten für Platten. Innerhalb von zwei Wochen zwei Platten. Mehr als ich je in Deutschland gesehen habe.
Ich bin beeindruckt, was Du in der recht kurzen Zeit schon erlebt hast. Man kann sich das gar nicht vorstellen. Deine Bilder von der Landschaft sind beeindruckend und machen Lust auf mehr. Wir hoffen, das Deine posetiven Erfahrungen so weiter gehen und wünschen Dir noch viel Spaß und Erfolg.
AntwortenLöschenJessica und Familie
mit deinen Berichten bekommen wir "Nordlichter" einen guten Einblick in dein Leben und in welche Arbeiten du mittenrein gesprungen bist. Uns scheint, wir können uns auch ruhig mal eine Scheibe von der Lebensweise dort abschneiden, insbesondere was die Hilfsbereitschaft und die Lebensgeschwindigkeit betrifft.
AntwortenLöschenWir sind gespannt auf deine nächsten Berichte.
Hallo Erik, wir lesen deine Berichte mit viel Interesse.Du schreibst sehr bildlich.Wir haben dadurch einen guten Einblick in dein tägliches Leben. Mach weiter so.
AntwortenLöschenMarianne, Annica und Joachim
Es freut mich wirklich zu hören das euch meine Bereichte gefallen. Ich versuche mein Mögliches um euch(wenn auch nur einen kleinen) Einblick in meine Erfahrungen hier vor Ort zu ermöglichen;). Das ist das Mindeste was ich für euch tun kann, da ihr alle immer für mich da waren/sind.
AntwortenLöschenMfg,
Erik
hey erik!
AntwortenLöschenhört ich ja toll an bei dir. Peru bei dir sieht echt anders aus als peru bei mir. mehrschweinchen! und der kaffee! ich bin voll neidisch. hatte seit lima keinen mehr. dafür meinen persönlichen weck-hahn=)
hast du schon eine sipnne wie im hostel gefunden?
Grüße aus der wüste-Jana
Hey Jana,
AntwortenLöschenPeru ist echt ein so vielfältiges Land. Unvorstellbar;). Der Kaffee topt hier echt alles^^. Du kannst dir garnicht vorstellen in welchen Mengen er hier zu finden ist. Ich kann dir ja auf dem Zwischenseminar welchen mitbringen;).
Oder wir gucken mal wie teuer es ist Inlandspakete zu verschicken.
Den Hahn habe ich auch. Eigentlich sogar zwei und die krähen jeden Morgen um die Wette. Irgendwann wird es hier noch eine richtig leckere Hühnersuppe gebene=).
Grüße aus der nicht ganz so staubigen Selva,
Erik
Wow,das klingt alles super spannend. Ich freue mich, dass du so positiv berichtest :)
AntwortenLöschenPoolparty beim Botschafter klingt echt gut ;)
Ich habe heute meinen fuenften Arbeitstag und fuehle mich hier immer mehr wohl und bin gespannt, was mich noch erwartet...
Liebe Gruesse aus Hanoi nach Peru
Rebecca
alles super, bilder sind toll, echt!!! aber wnan kommt der naechste bericht ^^ ich will doch gucken auf wa sich mich einlasse :P
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