Montag, 13. September 2010

Von Wasserverschwendung, über Zähneputzen, bis hin zum Kaffee

Nur noch vier Tage ist Mona hier und sie hat sich noch eine Menge vorgenommen.

Doch zunächst nehme ich an einem Kurs über das Thema Schädlingsbekämpfung teil. Der Vortragende zeigt auf welche Krankheiten die Kaffeepflanzen befallen können. Im Anschluss daran veranschaulicht er durch eine simple Rechnung wie viel Wasser alleine herkömmliche Pestizide benötigen. Ca. 100 Liter Wasser werden für 2 Kg Pestizide und Kalk benötigt. Dieses Gemisch reicht für eine Rucksackfüllung (ca. 15-20 Liter). Wer die Flächen der Kaffeeplantagen gesehen hat, kann sich vielleicht vorstellen welche Menge benötigt wird.

Auf die Auswirkung der Schadstoffe auf das Ökosystem wird nicht eingegangen, er meint bloß: "Jeder von euch in diesem Raum weiß wie Giftig die Stoffe sind.".

Als Alternative zu den Pestiziden erklärt er die Wirkung von pflanzlichen Produkten. Wie z.B. der Jauche(was auch eine vorbeugende Maßnahme ist). Außerdem kann sich jeder selber Jauche herstellen und somit die Kosten senken.

Bei dieser Veranstaltung lernte ich außerdem einen Peruaner kennen der zurzeit mit einem Freund Deutsch lernt. Sehr zu meiner Freude unterhielten wir uns einige Zeit. Er redete Deutsch und ich Spanisch. So konnten wir uns gegenseitig verbessern und hatten zudem eine Menge Spaß.



Nach einem anstrengendem Wochenende an dem ich mit Mona von einem ihrer Programmpunkte zum nächsten "gehetzt" bin=), waren wir bei unseren Vermietern zum Mittagessen eingeladen. Wir trugen durch Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Apfelmuss und Karottensalat(deutsche Art!) zum deutschen Teil bei. Ergänzt wurde dies durch in Kräutern und Gemüse gegartes Huhn und natürlich Reis auf peruanische Art.

Alle waren von den Kartoffelpuffern begeistert und wollten unbedingt das Rezept haben. Wir freuten uns natürlich, dass sie so gut angekommen waren und Mona überreichte ihnen ein Kochbuch mit deutschen Rezepten. (Ich werde wohl das ein oder andere im Verlauf des Jahres auch mal kochen und sei es nur um den Geschmack der deutschen Küche nicht zu vergessen).

Nach diesem sehr leckeren und lustigen Mittagessen packten wir unsere Schwimmsachen und machten uns auf zum Schwimmbad. Im Anschluss daran zeigte mir Mona dass man am Oconal (ein naher See) Bote leihen und ihn dann unsicher machen kann. Ich war beeindruck von der riesigen Vogel- und Pflanzenvielfalt. Auch war es sehr schön zu sehen wie schnell die Sonne hinter den Bergen unterging.




Damit ihr auch nicht vergesst wie ich aussehe^^


Am Montag hieß es dann in "La Merced" von Mona Abschied nehmen. Zum Glück war ein Feiertag und ich musste nicht zur Arbeit und konnte den Tag in "La Merced" verbringen. Ein peruanischer Freund zeigte mir die Stadt und erzählte mir etwas über deren Vergangenheit. Nach einem schweißtreibendem Anstieg bei geschätzten 30-35 Grad kamen wir etwas außer Atem auf einem Aussichtpunkt an, von dem uns sich ein atemberaubender Ausblick bot.


Ansonsten verlief die Woche nicht ganz so toll, da ich eine Bakterienumstellung hatte und viel Zeit auf der Toilette verbringen musste. Nicht zu vergessen ist aber zu sagen, dass ich in dieser Woche keine Sehnsucht nach Oldenburg hatte. Es regnete hier genauso lange und ausdauernd wie in meiner schönen Heimatstadt=).

Nach dieser Woche war mein erster Programmpunkt, das Abholen von Bettina. Eine weitere Weltwärtsfreiwillige. Sie wird mich das Jahr über in Villa Rica unterstützen und mit mir zusammen bei DESCO arbeiten. Beim Warten auf ihren Bus, lernte ich einen weiteren DED Mitarbeiter kennen, der auch Freiwillige abholen wollte. Er erzählte mir etwas über die Entstehung der umliegenden Kleinstädte.

Wer darüber etwas erfahren möchte sollte sich folgenden Link durchlesen. Ich kann es nur empfehlen, da es sehr interessant ist.

http://www.pozuzo.at/




Mit Bettina verstand ich mich auf Anhieb gut und ich denke wir werden das Jahr zusammen erfolgreich meistern.

Doch zurück zu meiner Arbeit. In den folgenden Tagen, fuhr ich mit Kollegen in die Comunidats. Dort hielten sie Vorträge zu Themen wie "Übernutzung von Kaffeeplantagen- Was muss getan werden?" oder "Hygiene- richtiges Zähneputzen und Händewaschen". Bei Letzteres fühlte ich mich wie in meiner Grundschulzeit;).

so putzt man seine Zähne richtig



Ein weiterer Teil war die Projektüberwachung von dem Latrinen- und Kochstellenbau.
Voher
eine Woche später




Außerdem besuchten wir ein Gemeinschaftsprojekt von DESCO, Welthungerhilfe und FONDO CONTRAVALOR.



In diesem Projekt wurde eine Anlage zur Kaffeeweiterverarbeitung errichtet, die von den umliegenden Bauern genutzt werden kann. Somit besteht für die Farmer die Möglichkeit fertigen(gerösteten und gemahlen) Kaffee zu produzieren. Dadurch können die Zwischenhändler umgangen und ein höherer Profit erwirtschaftet werden.



In der  Mitte Eddi, der Einzige bei DESCO der größer ist



Darüber hinaus sah ich mit eigenen Augen wie viel (Hand-)Arbeit in einer Tasse Kaffee steckt. Hier habe ich jetzt schon eine ganz andere Wertvorstellung für das Konsumprodukt "Kaffee" gewonnen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, bedarf er alleine bei der Weiterverarbeitung viele helfende Hände.




Ein weiteres Produkt das hier hergestellt wird ist ein Saft aus eigenen Früchten. Alle selbst gepflückt und von Hand weiterverarbeitet. Ohne Chemie(nur viel Zucker^^).
 

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